Abbé Joseph Kalamba Mutanga wird Spiritual im Seminar St. Beat in Luzern

Bischof Felix Gmür ernennt Joseph Kalamba Mutanga zum Spiritual im Seminar St. Beat in Luzern, wie es in einer Medienmitteilung des Bistums heisst. Mutanga arbeitet seit 2020 in den beiden Pfarreien Wettingen und Würenlos als Leitender Priester. Seine Aufgaben als Spiritual werde er in einem Teilpensum neben der Pfarreiarbeit erfüllen.

Aufgabe des Spirituals ist die Begleitung der Priesteramtskandidaten und einzelner Theologiestudierender der theologischen Fakultät der Universität Luzern. Der 67-jährige Joseph Kalamba Mutanga besetzt somit die vakante Stelle im Ausbildungsteam des Seminars St. Beat in Luzern.

Abbé Joseph Kalamba Mutanga ist neuer Spiritual im Seminar St. Beat in Luzern. | Foto: Bistum Basel

Abbé Joseph Kalamba Mutanga wurde 1982 in der Diözese Lwiza in der demokratischen Republik Kongo zum Priester geweiht. Von 1987 bis 1993 arbeitete er im Bistum Basel als Pfarradministrator der Pfarrei Bellach und schrieb seine Dissertation in Freiburg i.Ü. Für Diözesen in seinem Ursprungsland dozierte er von 1995 bis 1999 als Professor in der Priesterausbildung und übernahm 1997 für ein Jahr die interimistische Leitung des Bistums Lwiza. Nach Stationen in den Kantonen Basel und Zug arbeitet Abbé Joseph Kalamba seit 2014 als Aushilfspriester im Bistum Basel. Als Gastprofessor für Theologie und Philosophie lehrt er in drei Ausbildungsstätten für Priester in seiner Heimatprovinz Kasayi. Seit 2020 wirkt er als Leitender Priester der beiden Pfarreien St. Antonius und St. Sebastian Wettingen und der Pfarrei St. Maria Würenlos.

Joseph Kalamba Mutanga tritt die Nachfolge von Markus Brun am 1. September an.

Wie weiter mit den Pastoralräumen?

Der Evaluationsbericht des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) zur Errichtung der Pastoralräume liegt vor, meldet das Bistum Basel auf seiner Webseite. Die Abteilung Pastoral des Bistums Basel hatte den Bericht in Auftrag gegeben, um die Ziele und die Prozessqualität zu überprüfen.

Pastorale Mitarbeitende, Mitglieder staatskirchenrechtlicher Gremien auf Pastoralraumebene und Mitglieder kantonaler staatskirchenrechtlicher Exekutiven hätten an der anonymen Online-Befragung teilgenommen, heisst es auf der Seite des Bistums.

Der Evaluationsbericht soll als Grundlage für die Weiterentwicklung der rund 100 Pastoralräume im Bistum Basel dienen. Um das weitere Vorgehen synodal zu gestalten, seien etwa folgende Schritte vorgesehen:

Am 24. Januar werde Eva Baumann-Neuhaus vom SPI an der Diözesanen Konferenz der Leitungspersonen der Pastoralräume den Evaluationsbericht vorstellen. Gleichzeitig werde der Bericht den staatskirchenrechtlichen Instanzen auf der Ebene der Pastoralräume sowie den kantonalen staatskirchenrechtlichen Körperschaften zur Verfügung gestellt. Weitere Präsentationen und Diskussionen des Berichtes seien etwa im Bischofsrat, Diözesanen Seelsorgerat, Priesterrat und Rat der Diakone und Theologinnen und Theologen, Regionalen Konferenzen der Leitungspersonen der Pastoralräume in den Bistumsregionen, Austauschgremien zwischen pastoralen und staatskirchenrechtlichen Leitungspersonen geplant.

Der Evaluationsbericht kann auch auf der Webseite des Bistums Basel heruntergeladen werden.

Wo Gott spricht, da siegt die Liebe

  • Adrian Bolzern, im Aargau und weit darüber hinaus vor allem bekannt als «der Zirkuspfarrer», hat geheiratet und wird bald Vater.
  • Das wird ein neuer Weg für ihn und eine Chance für die Kirche.
  • Bischof Felix und die Römisch-Katholische Kirche im Aargau stehen hinter dem beliebten Seelsorger.
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Josef Stübi wird Weihbischof des Bistums Basel

  • Papst Franziskus macht dem Bistum Basel im Allgemeinen und dem Kanton Aargau im Besonderen ein spezielles «Weihnachtsgeschenk».
  • Der Badener Stadtpfarrer und Domherr des Standes Aargau, Josef Stübi, wird neuer Weihbischof des Bistums Basel.
  • Der Weihbischof wird den Diözesanbischof Felix Gmür in seinen zahlreichen Aufgaben unterstützen.
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100 Tage Co-Leitung im ​PR Brugg-Windisch

  • Joël Eschmann und Carsten Mumbauer zeichnen seit dem 15. August als Co-Leiter gemeinsam verantwortlich für die Geschicke des Pastoralraums Brugg-Windisch.
  • Sie konnten die Verantwortlichen des Bistums und des Pastoralraums von der Zusammenarbeit auf Augenhöhe überzeugen.
  • Zwei Freunde, eine Vision.
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Ein anspruchsvoller Weg

  • Der Schweizer Synodenbericht ist in Rom angekommen.
  • Am 22. September äusserte sich Bischof Felix hier auf Horizonte online zu den offenen Punkten des Berichts.
  • Die Redaktion hat nun Markus Stohldreier, Theologe und Vorstandsmitglied der Aargauer Pfarrblattgemeinschaft, um seine Einschätzung gebeten.
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Sakramente als Quelle und Vollzug des Glaubens

Bischof Felix hat im Interview die Sakramente als Quelle und Vollzug des Glaubens bezeichnet. Dieser Aussage ist zuzustimmen, wobei die Frage gestellt werden darf, inwiefern das Handeln des Bischofs diesen Worten Rechnung trägt. Letztes Jahr gab es im Bistum keine Priesterweihe. Dieses Jahr wird es wohl auch keine geben. De facto wird auch nichts getan, um die Priesterberufung zu fördern. In den Pastoralräumen, auf deren Errichtung Bischof Felix drängt, spielen Priester und die Sakramente eine untergeordnete Rolle. Auch in der Katechese wird kein Wert darauf gelegt, den Kindern und Jugendlichen die Sakramente zu erläutern. Nur noch wenige Pfarreien bieten die Beichte an und auch in den Krankenhäusern ist nicht sichergestellt, dass ein Katholik die Krankensalbung rechtzeitig erhält, wenn er diese wünscht. Die Eucharistie hingegen wird beliebig durch Wortgottesdienste ersetzt. Zu all diesen Entwicklungen schweigt Bischof Felix, genauso wie zu den hohen Austrittsraten und der sehr geringen Partizipation an der Kirche. Müsste ein Bischof, falls er wirklich an die zentrale Stellung der Sakramente glaubt, nicht seinen Worten Taten folgen lassen? Vor allem auch dann, wenn wie in unserem Bistum offensichtlich ist, dass die untergeordnete Rolle der Sakramente mit dem Niedergang der Kirche einhergeht?

«Eine Lücke lässt sich nicht immer so einfach schliessen»

  • Gesucht sind Priester, gesucht sind Leitungspersonen von ­Pastoralräumen, gesucht sind Theologinnen und Theologen für die Pfarreiseelsorge.
  • Im Namen von Bischof Felix und diesem direkt unterstellt, sucht Personalchef Andreas Brun nach Lösungen in der wachsenden Personalnot.
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Militärwallfahrt in Zeiten von Krieg

  • Nach drei Jahren Unterbruch pilgerten dieses Jahr wieder Tausende von Soldaten aus aller ​Welt nach Lourdes.
  • Angesichts des Ukrainekrieges war das Wallfahrtsthema «Meinen Frieden gebe ich Euch» brandaktuell.
  • In der Schweizer Pilgerorganisation sind Aargauer sehr aktiv.
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«Die Seelsorge steht im Dienst der Menschen»

  • Wenn die pastorale und die staatskirchenrechtliche Seite der Kirche in Streit geraten, wie jüngst wieder in Gebenstorf-Turgi oder in Bad Zurzach, dann taucht schnell einmal die Frage auf, ob solche Probleme nicht systemimmanent sind.
  • Horizonte hat aus diesem Grund bei Vertretern beider Seiten des sogenannten dualen Systems nachgefragt, wie sie das Konfliktpotenzial dieser weltweit einzigartigen Schweizer Kirchenstruktur einschätzen.
  • Im fünften und letzten Teil dieser Reihe erklärt der langjährige Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz, Daniel Kosch, was für das duale System spricht.
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«Morgen suchen wir weiter»

  • Die Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi sorgt seit gut drei Jahren immer wieder für Schlagzeilen.
  • Das grosse Horizonte-Doppelinterview liefert Antworten auf einige Fragen, direkt von der Quelle.
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Nur Machtmissbrauch ist «böse»

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Neues aus Absurdistan – Pater Adam feiert draussen

Mit der Wahl von drei neuen Kirchenpflegemitgliedern im vergangenen Herbst, erhoffte sich ein Teil der Kirchgemeinde von Gebenstorf-Turgi endlich einen Neuanfang nach all den Querelen rund um die Amtsausübung von Salvatorianerpater Adam Serafin und Kirchenpflegepräsident Daniel Ric. Diese Hoffnungen werden durch die aktuellen Vorgänge vor der Türe der Kirche St. Blasius in Gebenstorf gerade Lügen gestraft. Wie die Aargauer Zeitung und das Katholische Medienzentrum kath.ch in den vergangenen Tagen mehrfach berichteten, lassen sich weder Pater Adam noch Daniel Ric davon abhalten, gegen den Willen des Bischofs von Basel und die Weisungen von staatskirchenrechtlicher Seite zu agieren. Weil Pater Adam, dem von Bischof Felix die Missio entzogen wurde und dem die Kirchenpflege nach interner Abstimmung den Zutritt zur Kirche untersagt hat, nun einfach vor der Kirche seine Messen zelebriert, wird dieser Fall wohl noch längere Zeit sowohl die pastorale als auch die staatskirchenrechtliche Seite, inklusive Gerichtsbarkeit beschäftigen. Die jüngsten Berichte von kath.ch lesen Sie hier und hier.

Hans-Peter Schmidt übernimmt die Leitung in Gebenstorf-Turgi

Mit einem Brief an alle Gläubigen, die Verantwortlichen der kirchlichen Vereine und pfarreilichen Gruppen der Pfarreien Gebenstorf und Turgi hat Bischofsvikar Valentine Koledoye gestern bekanntgegeben, dass ab 2. April Kaplan Hans-Peter Schmidt in den Pfarreien St. Blasius Gebenstorf und Christ König Turgi als Pfarradministrator die Leitung übernehmen wird. Koledoye schreibt: «Herr Schmidt verfügt als langjähriger Pfarrer und ehemaliger Regionaldekan des Bistumskantons Aargau über reiche pastorale Erfahrungen. Im Weiteren suche ich eine Seelsorgerin/einen Seelsorger, die/der Herrn Schmidt in dieser Übergangszeit unterstützen kann. Zudem werden Aushilfepriester den Pfarradministrator entlasten. Für seelsorgerliche Notfälle steht Ihnen Pfarradministrator Schmidt ab sofort zur Verfügung.»

Die Kirchenpflege von Gebenstorf-Turgi habe, so ist dem Schreiben weiter zu entnehmen, in ihrer Sitzung vom 14. März beschlossen, den bisherigen Priester von Gebenstorf-Turgi, Pater Adam Serafin, per 18. März von allen pastoralen Aufgaben zu entbinden. Bischofsvikar Koledoye respektiert in seinem Brief diesen Entscheid der Kirchenpflege, trotz des noch laufenden kirchenrechtlichen Verfahrens im Zusammenhang mit dem Entzug der Missio von Pater Adam durch Bischof Felix.

Am Ende seiner Mitteilung schreibt Koledoye: «Ich hoffe, dass es uns in dieser besonders geprägten Zeit gelingen wird, die Gräben zwischen den Gläubigen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, zu überwinden. Ich lade Sie alle dazu ein, im gemeinsamen Gebet – auch im konkreten Alltag – neu aufeinander zuzugehen, um so gemeinsam Zeugnis für eine lebendige christliche Gemeinschaft in dieser höchst unsicheren Zeit zu geben.»

«Konsens ist ein wichtiges Wort»

  • Frisst das duale System wirklich seine Kinder, wie Horizonte in seiner Ausgabe Nr. 9/10 getitelt hat?
  • Die Recherche geht weiter. Diesmal im Pfarrhaus von Sins, bei Pastoralraumpfarrer Thomas Zimmermann.
  • Er arbeitet als Priester Hand in Hand mit den staatskirchenrechtlichen Behörden.
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«Tut um Himmels Willen etwas Tapferes!»

Jetzt muss ich meinem Ärger doch Luft machen – wegen der 4 neuen ständigen Diakone.

Es geht mir mehr um den Kurs der Redaktion als um die 4 betroffenen Personen. Da ich H.P. Stierli persönlich kenne und schätze, ist der 2. Artikel zur Diakonatsweihe durchaus informativ und schildert eine persönliche Entscheidung, die sich im Laufe der Zeit geändert hat und die ich respektiere. Solche Entscheide muss jede und jeder selber treffen und es steht mir nicht zu, darüber her zu ziehen, wenn ich sie – ebenfalls aus persönlichen Gründen – nicht so gefällt hätte und nur schwer nachvollziehen kann.

Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren pensioniert nach über 18 Jahren (missiofreiem) Dienst als Diakonieverantwortlicher in der katholischen Kirche in Zofingen. Der Artikel über die Weihe und die Predigt des Bischofs war schlicht unsäglich, auch wenn er natürlich kirchenrechtlich korrekt festgehalten hat, dass die 4 jetzt eben Kleriker sind. Dieses ganze Gesäusel um «etwas Besonderes», «auserwählt» usw. entspricht doch einer alten «Fangtradition» respektive theologischem Berufungsgeschwurbel der Kirche. Davon lassen sich – und ich rede jetzt nicht von den 4 neuen Diakonen, sondern von der Lage der Kirche generell – schwache Persönlichkeiten und mental schon klerikal geprägte (junge) Männer noch so gerne umgarnen, heute vielleicht wieder mehr als in den Jahren nach dem Konzil. Dazu hat Adolf Holl schon Ende des letzten Jahrhunderts (Neuauflage 2003 im Kreuz Verlag) in seinem Buch «Mystik für Anfänger» das Wesentliche gesagt. Jaja, ein «Ketzer», dem der Lehrstuhl in Wien entzogen wurde, natürlich unter Johannes Paul II resp. Josef Ratzinger.

In je 7 Lektionen schreibt er, was angehende Mystiker*innen jeweils verlernen und entsprechend neu lernen sollten. Das erste Kapitel ist überschrieben mit: «Das Erste, was die Anfänger verlernen müssen, ist das Fasziniertsein vom Pompösen, Gewaltigen, Bedeutenden und so weiter.» Das geht so weiter und gehört zum Hellsichtigen, was Theologie als Ideologiekritik leisten kann. Die Bischöfe wagen es nicht, als Verantwortliche in ihren Diözesen Klartext zur Situation in ihren Bistümern zu sprechen und ducken sich weg von dem, was von oben als Schelte folgen könnte. Dabei ist Vieles längst am Bröseln und das Volk, das noch etwas erwartet, fühlt sich zu Recht von «denen da oben» nicht verstanden in ihren Anliegen. Kein Wunder – ist die Amtskirche doch seit Jahren damit beschäftigt, die Strukturen aufrecht zu erhalten und berechtigte Anliegen mit schönen, pseudoliberalen Sprüchen von sich fern zu halten. Unter Berufung auf Entscheidungen, die sie «nur in der Weltkirche» fällen können. Was umso mehr stimmt, wenn die alleinigen, ausschliesslich männlichen Entscheidungsträger in einem System ähnlich der Kommunistischen Partei der Sowjetunion kein Rückgrat haben und sich entweder die Karriere nicht verderben oder dann (evangelisch notwendigen) Ärger von sich fern halten wollen. Mein verstorbener Schwiegervater hat so was lapidar umschrieben: «Links schnorre ond rächts frässe.»

Kurz: Mir fehlt im Horizonte zunehmend die kritische Distanz zu den Geschehnissen in der Kirche. Natürlich: es ist ein kirchliches Mitteilungsblatt mit einem redaktionellen Mantel-Teil, der aber zunehmend verarmt, wie mir scheint. Und ja: die guten Ansätze an der Basis dürfen und sollen als Good News thematisiert werden. Es hat mich noch zu den Zeiten in Zofingen genervt, ewig unseren Bischof auf der Titelseite zu sehen und seine pseudoliberalen Sprüche in Interviews lesen zu dürfen. Sorry Herr Gmür: das habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Und eben: eine kritischere Haltung gegenüber unserem Diözesanbischof dürfte da und dort eben doch zu Wort kommen, statt 1:1 solche altersschwache Berufungstheologie an bestem Leseplatz zu verbreiten.

Ich bin inzwischen zur Ansicht gelangt, dass ganz viele Berufene (Frauen und Männer) aus ideologischen und strukturellen Gründen noch lange keine Chance auf priesterliches Wirken haben werden. Die katholische Kirche ist von beängstigender Stabilität. Die Aufforderung, um Berufungen zu beten, ist nicht falsch, aber im aktuellen Kontext der Kirche heuchlerisch. Es gibt sie, Mann muss sie nur sehen wollen. All diese Leute sind entweder demütig genug, das zu tun, was sie dürfen oder sind in ihren Berufungen auf Dauer frustriert. Oder sie gehen wie viele andere den Weg aus der Kirche. Es scheint mir theologisch inzwischen total falsch, priesterliches Wirken ans Amt – mit unsäglichen Zusatzbedingungen – zu binden. Da bin ich reformiert geworden. Die Kirche wird aus ihrer Krise – von der Missbrauchskrise ganz zu schweigen – nicht herauskommen, wenn sie nicht im Sinne des Evangeliums zu denken beginnt. Vielen Trägern der Amtskirche geht es um sich selber, das Evangelium scheint mir da auf verlorenem Posten. Der synodale Prozess, so wie er jetzt aufgegleist wurde, scheint mir dafür ein klares Indiz. Ich bedaure sehr, dass ich nicht einfach aus der Amtskirche austreten kann. Denn an der Basis macht die Kirche durchaus vieles richtig und gut. Ich selber habe von den (staatlichen) Kirchensteuern als Diakoniemitarbeiter sehr profitiert und eine konstruktive Kirchenpflege und ein gutes Team und Mitstreitende vorgefunden. Das hat mich auch an der der Aufgabe gefallen und mich gehalten.

Wie sagte doch Zwingli (allerdings in Zusammenhang mit dem 2. Kappeler Krieg unpassend) richtig: «Tut um Himmels Willen etwas Tapferes!» Das gilt sowohl für uns alle als besonders für unsere Bischöfe. Und für Sie als Redaktion dürfte etwas mehr kritischer Mut auch angesagt sein. Für mich endet der Lebensabschnitt Kirche möglicherweise im Austritt (für die entgehenden Steuern gibt es Lösungen!), ein Unterfangen, das mir nicht leicht fällt und Mut und Kraft verlangt.

Das duale System frisst seine Kinder – auf beiden Seiten

  • Pastoralraumpfarrer Andreas Stüdli geht. Nicht freiwillig.
  • ​Nach drei Jahren Kampf, wie er sagt, streckt der beliebte Seelsorger im Pastoralraum Zurzach-Studenland die Waffen.
  • Schuld an der verzwickten Lage in den fünf betroffenen Pfarreien scheint das duale System zu sein.
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Wie Hans-Peter Stierli doch noch zum Kleriker wurde

  • Als ihn Bischof Kurt 2009 zum Diakon machen wollte, sagte Hans-Peter Stierli aus Überzeugung nein.
  • Solange Frauen nicht zu Diakoninnen geweiht würden, wolle er auch nicht geweiht werden, sagte Stierli.
  • Frauen dürfen immer noch nicht. Aber Diakon Hans-Peter Stierli darf nun doch: predigen, taufen, trauen und das Evangelium verkünden.
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Bischof Felix schreibt für «Frauen ins Amt»

In ihrem ersten Buch publizierte die Benediktinerin Philippa Rath 150 Texte von Frauen, die sich zur Priesterin berufen fühlen. Im Folgeband «Frauen ins Amt» schreiben 100 Männer, die sich mit dem Anliegen solidarisieren. Das Berner «pfarrblatt» dokumentiert den Beitrag von Felix Gmür, Bischof von Basel, mit Erlaubnis von Bischof und Verlag, integral im Wortlaut. Schon in der Einleitung zu seinem Aufsatz macht Bischof Felix klar, worum es geht: «Kann das eine Frau? Darf sie das? Das Bistum Basel ohne Seelsorgerinnen und Gemeindeleiterinnen, Katechetinnen, Frauen im Bischofsrat und Leiterinnen von diözesanen Einrichtungen ist nicht vorstellbar. Als Bischof schätze ich es sehr, in gemischten Teams zuarbeiten, ja mehr noch, ich bin davon überzeugt, dass es sich die Kirche weder leisten kann noch darf, auf den Einsatz von Frauen zu verzichten, und das auf allen Ebenen.» Welche Gedanken er in der Folge aus dieser Einleitung entwickelt, lesen Sie hier, auf der Website des «pfarrblatts».

«Ihr seid etwas Anderes»

  • Am vergangenen Sonntag hat Bischof Felix Gmür in der gut besuchten Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn vier Männer durch die Diakonatsweihe in den Klerikerstand erhoben.
  • Einer von ihnen ist Hans-Peter Stierli, der als Pfarreiseelsorger im Pastoralraum Unteres Freiamt die Bezugsperson in und für Hägglingen und Dottikon ist.
  • In seiner Predigt beauftragte Bischof Felix die neuen Diakone, hinauszugehen «an die Ränder» und herauszufinden, was sie seien.
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