Keine SUISA-Gebühren für Gottesdienst-übertragungen

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz RKZ informiert, dass die SUISA bis Ende 2021 das Übertragen von Gottesdiensten, Gemeindeanlässen und anderen Formaten im Internet (z.B. per Streaming oder On-Demand) weiterhin ohne Kostenfolge für die Kirchen toleriert. Die SUISA ist die Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik. Über 39 000 Komponisten, Textautoren und Musikverleger sind in der 1923 gegründeten Genossenschaft organisiert. Die SUISA zieht für diese Urheberrechtsentschädigungen ein, wenn jemand in der Schweiz und in Liechtenstein deren Musik öffentlich nutzt – also beispielsweise in einem Gottesdienst. Indem sie die Kirchen von Kosten befreit, unterstützt sie diese in ihrem Bestreben, ihre Angebote im Internet sichtbar zu machen.

Alexander Pasalidi: «Mein Büro ist das Auto»

  • Alexander Pasalidi wechselte vor zwei Jahren von Wegenstetten-Hellikon nach Gstaad.
  • Dort, wo viele Ferien machen, ist Alexander Pasalidi mitarbeitender Priester im Pastoralraum Bern Oberland. Zudem amtet er als Pfarrer in Gstaad, Zweisimmen und an der Lenk.
  • Für seine Arbeit ist Alexander Pasalidi jeden Tag viel unterwegs – und erlebt zur Hochsaison jeweils einen Hauch von Weltkirche.
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Katholiken bleiben stärkste Konfession in der Schweiz

Insgesamt 34 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist katholisch. Dies jedoch nicht etwa vor den Reformierten, sondern vor den Konfessionslosen. Diese sind auf dem Vormarsch, wie verschiedene Medien berichten. Im Jahre 2019 gehörten 29,5 Prozent der über 15-Jährigen keiner mehr Religion an. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders hoch ist der Anteil der Religionslosen unter den Akademikern, wo er 43,7 Prozent beträgt – und im obersten Management, wo jeder Dritte ohne Religionszugehörigkeit auskommt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Gruppe der Konfessionslosen jene der Katholiken einholt. Die Anzahl Katholiken in der Schweiz sinkt nämlich von Jahr zu Jahr. Noch 1970 hatten praktisch 100 Prozent der Schweizer Bevölkerung einer der beiden Landeskirchen angehört -Reformierte waren leicht in der Überzahl.

«Eine persönliche Insel zum Auftanken war noch nie wichtiger als jetzt»

  • Seit knapp einem Jahr hält das Virus, Covid-19, die ganze Welt in Atem.
  • Die psychische Belastung der Menschen ist gross und wird täglich noch grösser. Es ist eine allgemeine, grosse Gereiztheit spürbar.
  • Horizonte hat mit Hans Niggeli, dem Leiter der ökumenischen Spitalseelsorge im Kanton Aargau, über die aktuell düstere Situation gesprochen.
     

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Jugend mit...

Rat der Religionen ist gegen Verhüllungsverbot

Der Schweizerische Rat der Religionen lehnt das Burkaverbot ab, das am 7. März an die Urne kommt. Es stelle eine «unverhältnismässige» Einschränkung der Religionsfreiheit dar. Dem Schweizerischen Rat der Religionen (SCR) gehören Vertreter der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften an. Am Montag präsentierte das Gremium in einer Medienkonferenz per Zoom eine Stellungnahme zur Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot». Darin sprechen sich die Mitglieder des Rates einstimmig gegen die Einführung eines Verhüllungsverbotes aus, heisst es in einer Medienmitteilung. Damit stelle sich der Rat gegen eine «unverhältnismässige» Einschränkung der Religionsfreiheit. Der Rat begrüsst hingegen den indirekten Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament. Der Gegenvorschlag verpflichtet Personen, Behörden ihr Gesicht zu zeigen, wenn dies für deren Identifikation notwendig ist.

«Ich will dabei nicht draufgehen»

  • Viele Aufgaben und Verantwortungen lasten auf den Schultern von Pastoralraumpfarrern. Jeder versucht auf seine Weise, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Die Coronapandemie stellt die pastoral Verantwortlichen vor zusätzliche Herausforderungen und vor die Frage: wie weiter?
  • Horizonte hat in einigen Pastoralräumen nachgefragt und ein paar starke Antworten bekommen.
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Zur Urnenabstimmung und Wahl in Gebenstorf-Turgi

Wir sind allen Pfarreiangehörigen sehr dankbar, die diesen Weg mit uns gegangen sind und das Protokoll von 2019, die Rechnung 2019 und das Budget für das Jahr 2021 gemäss unserer Empfehlung abgelehnt haben und als weiteren Vertrauensbeweis unseren Kandidaten Andreas Zillig mit 231 Stimmen in die Kirchenpflege gewählt und der Erhöhung auf 8 Kirchenpflegemitglieder zugestimmt haben. Wir wünschen uns eine demokratische Wahl in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Bistum – so, wie es noch vor wenigen Jahren in unseren Pfarreien üblich war. Und nicht, wie in den letzten 5 Jahren, am Bistum vorbei. Da Pater Adam des Amtes enthoben ist und auch kein Amt mehr im Bistum Basel antreten kann, ist er auch nicht wählbar. Das ist einer der Gründe, weshalb wir Delegierte uns in den Medien einer Wahlempfehlung enthalten und kundgetan haben, selber leere Wahlzettel einzulegen. Wir schätzen das duale System mit den klaren Zuständigkeiten. Es liegt in der Kompetenz des Bischofs, die Grundvoraussetzungen für die Übernahme bestimmter Ämter zu definieren (hier wäre es die Missio canonica).

Pfarrwahl in Gebenstorf-Turgi

Trotz Protesten von Bistum und Landeskirche hat die Kirchenpflege Gebenstorf-Turgi heute, am 24. Januar, die anberaumte Urnenabstimmung durchgeführt (Horizonte berichtete). Protokoll, Rechnung und Budget sind abgelehnt worden bei einer Stimmbeteiligung von 17,3 Prozent. Als neues Mitglied in die Kirchenpflege anstelle des zurückgetretenen Clemens Frei ist wie erwartet Andreas Zillig gewählt worden. Ebenfalls angenommen wurde der Antrag der oppositionellen Gruppe der 88, der eine Erhöhung der Kirchenpflemitglieder verlangt. In der umstrittenen Pfarrwahl erlangte der Salvatorianerpater Adam Serafin mit 92 Voten die meisten Stimmen. Dies, weil über 200 Stimmen leer eingelegt wurden. Man habe nicht am Bistum vorbei irgendeinen Kandidaten wählen wollen, begründet gegenüber Horizonte Hilde Seibert von der Gruppe der 88 die entsprechend lautende Empfehlung für die Urnenwahl.

Der Papst will in den Irak

Trotz des neuerlichen schweren Bombenattentats und eines Wiederaufflammens der Gewalt will Papst Franziskus im März den Irak besuchen. Am Mittwoch verschickte das Presseamt des Vatikans entsprechende Akkreditierungsunterlagen für mitreisende Journalisten. Das genaue Programm der Reise vom 5. bis 8. März ist noch nicht bekannt. Als vorgesehene Stationen wurden bisher Bagdad, Erbil, Mossul, Karakosch und Ur genannt. Voraussetzung für alle Reiseteilnehmer ist eine Impfung gegen das Coronavirus. Vor Kurzem hatte der Papst noch eingeräumt, er wisse aktuell nicht, ob die Reise stattfinden werde. Angesichts der Corona-Pandemie wolle er keine Menschenansammlungen verursachen. Es wäre der erste Besuch eines Papstes im Irak. Neben der Pandemie stellt auch die Sicherheitslage die Organisatoren vor Herausforderungen.

«Wir wollen religiösen Mehrwert bieten»

  • Vielerorts wurden Gottesdienste zu Weihnachten übers Internet übertragen. Bei Bischof Felix Gmür schalteten sich 700 Personen zu, die Horizonte-Gottesdienstübertragungen wurden je von gegen 400 Gläubigen zuhause mitverfolgt.
  • Um die 5000 Zuschauer verfolgten auf Tele M1 die Fernsehgottesdienste, welche die Reformierte Kirche Aargau zusammen mit der Stadtpfarrei Peter und Paul Aarau produzieren liess.
  • Die Römisch-Katholische Landeskirche im Aargau beteiligte sich nicht mehr am ökumenischen Projekt.
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Olivier Dinichert wird Vize-Präsident der Landeskirche

Bei der Exekutive der Römisch-Katholischen Landeskirche im Aargau kommt es zu einem Wechsel beim Vizepräsidium. Olivier Dinichert tritt die Nachfolge von Heinz Altorfer an. Die Mitglieder des Kirchenrates mit Luc Humbel an der Spitze haben an ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr die Ressorts neu verteilt. Olivier Dinichert als neuer Vizepräsident übernimmt das Ressort Bildung mit dem dazugehörenden Bildungshaus und Seminarhotel Propstei Wislikofen. Das an der Herbstsynode 2020 neu gewählte Mitglied im Kirchenrat, Michael Jablonowski aus Bergdietikon, übernimmt von Olivier Dinichert das Ressort und somit die Fachstelle Jugend und junge Erwachsene. Die anderen Mitglieder behalten ihre jeweiligen Ressorts. Olivier Dinichert, 45, wurde im November 2014 von der Synode in die Exekutive gewählt und führte ab Januar 2015 das Ressort Jugend und junge Erwachsene. Olivier Dinichert ist Leiter der Abteilung Hochschulen und Sport beim Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) des Kantons Aargau und wohnt mit seiner Familie in Aarau.

Caritas-Markt in Olten schliesst

  • Dieser Tage wird der Caritas-Markt in Olten geschlossen – er wurde auch von Aargauer Kunden aufgesucht. Letztere müssen nun nach Zürich oder Luzern ausweichen.
  • Seit elf Jahren führte Caritas Solothurn in Olten einen Caritas-Markt für Armutsbetroffene. Täglich kauften rund 150 Personen im Laden ein. Der Laden liess sich aber nicht weiter finanzieren.
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Pfarrer Eugen Vogel ist gestorben

Am vergangenen Freitag, 15. Januar, um 19.05 Uhr, hat Gott den treuen Verkünder seines Wortes, Pfarrer Eugen Vogel, zu sich heimgeholt. Noch im vergangenen Jahr hat der dienstälteste Priester im Kanton Aargau bei guter Gesundheit sein 70-Jahr-Priesterjubiläum gefeiert. Horizonte durfte dazu ein Interview mit dem 96-Jährigen führen, worin er mit viel Humor und Dankbarkeit auf sein reiches Leben als Seelsorger zurückgeblickt hat. Für seine vielen Freunde und Mitbrüder und für seine Familie ist es sicher ein Trost, dass er bis zum Schluss seiner Lebensberufung als Verkünder des Evangeliums folgen und dann seine Augen in der Geborgenheit seines eigenen Hauses und umgeben von Menschen, die ihn liebten für immer schliessen durfte. In der Geschichte des heutigen Pastoralraums Brugg-Windisch hat der «Kirchenbauer» Eugen Vogel seinen festen Platz. Die Gemeinde Windisch wird ihrem Ehrenbürger ein hohes Andenken bewahren. Die Todesanzeige für Pfarrer Eugen Vogel lesen Sie hier.

Gebetswoche soll reiche Frucht tragen

  • Aktuell begehen christliche Gemeinschaften die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Sie dauert vom 18. bis 25. Januar.
  • Vorbereitet wird sie vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK).
  • Die diesjährigen Texte für die Gebetswoche kommen aus der Gemeinschaft Grandchamp im Kanton Neuenburg.
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Bundeskanzlei rügt Engagement der Landeskirchen zugunsten der Konzerninitiative

Auch wenn die KVI am Ständemehr gescheitert ist: Das Engagement der Kirchen gibt nach wie vor zu reden. Die Bundeskanzlei findet das Verhalten der Landeskirchen «grenzwertig», schreibt die «Schweiz am Wochenende». Bern nennt aber auch Gründe, warum die Kirchen politisch mitmischen sollten. Die Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) liegt nun sieben Wochen zurück. Sie ist am Ständemehr gescheitert – hat aber ein politisches Nachspiel: nämlich die Frage, wie stark sich die Kirchen in die Tagespolitik einmischen sollten. Bundeskanzler Walter Thurnherr schreibt nun, das «Engagement der Landeskirchen und Kirchgemeinden» erscheine «zumindest als grenzwertig». Allerdings sei «der gesamte Abstimmungskampf sehr intensiv geführt» worden. Grundsätzlich dürften sich die Kirchen aber sehr wohl politisch einmischen, schreibt der Bundeskanzler: «Nach Auffassung der Bundeskanzlei dürfen sich die öffentlich-rechtlich anerkannten und verfassten Kirchen, bzw. Kirchgemeinden in die Meinungs- und Willensbildung vor eidgenössischen Volksabstimmungen einbringen.»

HR-Fachperson (40-50%), Aarau

Die Kreiskirchgemeinde Region Aarau mit ihren fünf Ortskirchgemeinden Aarau, Buchs-Rohr, Entfelden, Schöftland und Suhr-Gränichen sucht per sofort oder nach Vereinbarung eine HR-Fachperson (m/w/d, 40-50%).

Aufgaben

  • Beratung der leitenden Personen und Mitarbeitenden der Pfarreien und Behörden in allen Fragen zum Thema Personalwesen
  • allgemeine Personaladministration wie Eintritt/Austritt, Sozialversicherungs- und Lohnwesen
  • Unterstützung der Ortskirchgemeinden bei der Personalselektion
  • Führen der Personaldossiers
  • Steuerung der Personalentwicklung
  • Organisationsentwicklungsmassnahmen
  • Beratung bei arbeitsrechlichen Fragen
  • Erstellen von HR-Reportings

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Grundausbildung sowie abgeschlossene Weiterbildung im Personalwesen
  • mehrere Jahre Berufserfahrung in einer ähnlichen Position
  • gute Kenntnisse der MS-Office-Programme, Abacus von Vorteil
  • empathische Persönlichkeit, die sich gerne den Mitarbeitenden annimmt und ihnen aufmerksam zuhört

Wir bieten

  • ein dynamisches Umfeld mit einem kleinen aufgestellten Team
  • viel Gestaltungsfreiraum
  • attraktive Anstellungsbedingungen und eine Entlöhnung gemäss gültigem Lohn- und Besoldungsreglement der Römisch-Katholischen Landeskirche
  • einen zentral gelegenen Arbeitsplatz in Aarau

Auskunft

Felix Bachmann, Leiter Finanzen und Dienste, T 062 822 68 23, ; pastoralraum-aarau.ch

Bewerbung bis 4. Februar an

 

Katechetin ForModula (40%), Buchs-Rohr

Die Pfarrei St. Johannes in Buchs-Rohr, als Teil des Pastoralraums Region Aarau, sucht per sofort oder nach Vereinbarung eine Katechetin/einen Katecheten (40%).

Aufgaben

  • Religionsunterricht 1. bis 3. Primarklasse
  • Hinführung der Kinder zur Erstkommunion
  • Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden
  • Mitarbeit bei Kinder- und Familienprojekten
  • Gestaltung von Familiengottesdiensten
  • Hauptverantwortung für das Krippenspiel

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung ForModula (oder die Bereitschaft zur Ausbildung)
  • Freude an der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen sowie an der Zusammenarbeit im Team
  • weltoffene, kommunikative, selbststädnige, kontaktfreudige und engagierte Persönlichkeit

Wir bieten

  • grossen Gestaltungsfreiraum und Einbidnugn der Arbeit ins Team
  • Unterstützung im administrativen Bereich durch das Sekretariat
  • attraktives Pfarreizentrum
  • gute Vernetzung im Pastoralraum Region Aarau
  • Anstellung und Entlöhnung nach den Richtlinien der Kreiskirchgemeinde Aarau
  • Weiterbildung und Begleitung durch kantonale Fachstellen

Auskunft

Marco Heinzer, Pfarreileiter, Bühlstrasse 8, 5033 Buchs, T 062 824 3253, ; pfarrei-buchs.ch

Bewerbung bis 4. Februar

Marco Heinzer, Pfarreileiter, Bühlstrasse 8, 5033 Buchs, ">marco.

Neue Corona-Massnahmen: Gottesdienste, aber keine Katechese und Mundkommunion

Geschlossene Läden ab Montag, im Privaten nur noch Treffen mit bis zu fünf Personen. Bis Ende Februar ist die Schweiz mit neuerlichen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie konfrontiert. Die Gottesdienste sind jedoch nicht Teil der neuen Verordnung. Es dürfen somit unter Einhaltung von Schutzkonzepten und Maskentragpflicht maximal 50 Personen in der Kirche zu einem Gottesdienst zusammenkommen. In einer Info erklärt allerdings das Bistum, dass die ausserschulische Katechese bis Ende Februar ausgesetzt wird und auch die Mundkommunion bis mindestens zu diesem Zeitpunkt untersagt ist. Gottesdienste und Gemeindeversammlungen gehören aber zu den Veranstaltungen, die stattfinden dürfen. Allerdings obliegt es der Hoheit der Kantone, eigens noch Einschränkungen zu verfügen. 

Wenn man von der Arbeit nicht leben kann

  • Am 24. Januar ist wieder der Sonntag von Caritas Aargau – Gelegenheit für das renommierte kirchliche Hilfswerk, sich als Stimme der Armen und Benachteiligten Gehör zu verschaffen.
  • In diesem Jahr richtet Caritas Aargau das Augenmerk auf schlechte Arbeitsbedingungen in  der Schweiz. In immer mehr Branchen gebe es keine fairen Verträge. Und die Entlöhnung sei so schlecht, dass man davon nicht leben könne.

So hilft die Caritas

Auch während der Corona-Pandemie berieten die Angestellten von Caritas Aargau Menschen in Notsituationen. | © Caritas Aargau

Nothilfe: Mittels finanzieller Soforthilfe für ausstehende Krankenkassenprämien oder Mietzinsrechnungen half die Caritas vielen Menschen in prekären Lagen durch die ärgste Not.
Beratung: Caritas Aargau begleitet Menschen und Familien, die armutsbetroffen oder armutsgefährdet sind. Gerade in aussichtslos erscheinenden Situationen kann es entlastend sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Beratungsangebote sind freiwillig und kostenlos.
Vergünstigungen: Mit der KulturLegi ermöglicht die Caritas Personen mit wenig Geld Zugang zu stark vergünstigten Bildungs-, Kultur- und Sportangeboten. Die Rabatte betragen 30–70% auf Angebote wie Musikunterricht, Jahresabo einer Tageszeitung oder die Jahreskarte einer Bibliothek.

Für Unterstützung von Armutsbetroffenen ist Caritas Aargau auf Spenden angewiesen

Caritas Aargau schlägt Alarm: Immer mehr Menschen arbeiten unter prekären Bedingen. Der bezahlte Lohn sichert die Existenz nicht, oftmals kommt er zudem verspätet oder man wird nur noch im Stundenlohn beschäftigt. «Die Betroffenen sind meist auch nur mangelhaft abgesichert gegen Jobverlust und haben stark eingeschränkte Zukunftsperspektiven», heisst es bei Caritas Aargau. Infolge der Corona-Pandemie hätten zudem viele ihren Job verloren.

Mit falschen Versprechungen geködert

So auch Nemeth (Name von der Redaktion geändert). Der zweifache Familienvater ist seit August arbeitslos. In seinem letzten Job arbeitete er im Aussendienst und vertrieb Haarkosmetik. «Mir sind falsche Versprechungen gemacht worden», erinnert er sich. Zu einem Fixum von 3’000 Franken hätte er, in Abhängigkeit zum erzielten Umsatz, monatlich einen Bonus erhalten sollen: 2’000 Franken bei 20’000 Franken Umsatz. «Das war beim besten Willen nicht zu schaffen», erinnert er sich und sagt: «Ich erhielt auch nicht wie versprochen den Raum Zürich als Arbeitsgebiet.»

Nach einiger Zeit kam der Lohn nicht mehr pünktlich. Und Lohnabrechnungen habe er auch keine mehr gesehen, so Nemeth. «Ich konnte ich meine Miete nicht mehr pünktlich bezahlen, und mit den Krankenkassenprämien sind wir auch in Rückstand geraten.» Obwohl Nemeths Frau im Einzelhandel arbeitet und gute Arbeitsbedingungen hat, reichte es nicht mehr, als Nemeth gekündigt wurde. Der Arbeitgeber machte wirtschaftliche Gründe geltend. Die Familie landete schliesslich bei der Caritas, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte.

Von heute auf morgen entlassen

Ali (Name von der Redaktion geändert) arbeitete für die bekannte Schweizer Hotelkette Sorell, als «Night Auditor» im Stundenlohn, in zwei verschiedenen Häusern. «Ich durfte arbeiten, wenn die Festangestellten ihre Freitage hatten oder Ferien nahmen. Als Corona kam, war plötzlich fertig – von einem Tag auf den anderen. Für Ali, ebenfalls Vater, bedeutete das eine Katastrophe. Seine Frau hat keine bezahlte Arbeitsstelle, sie kümmert sich um die Kinder. Als die ersten Betreibungen kamen, suchte die Familie Hilfe bei der Caritas.

Diana Auer erlitt während des Lockdowns einen Nervenzusammenbruch. Die alleinerziehende Mutter arbeitete als Tagesmutter für den Verein «Tagesfamilien Brugg und Umgebung» und betreute vier Kinder in Ergänzung zu ihren eigenen beiden Sprösslingen. «Auf diese Art und Weise konnte ich Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen», sagt sie. Der Lohn betrug Fr. 6.50 pro Kind und Stunde. Sie habe gefühlt mehr gearbeitet als die vereinbarten 70 Prozent. Zudem habe Sie vom Verein «Tagesfamilien Brugg und Umgebung» zu wenig Unterstützung erhalten in der schwierigen Corona-Zeit und auch im Umgang mit den Ansprüchen der Eltern.


Zu liberale Arbeitsgesetzgebung?

Drei Schicksale von vielen. Die Caritas ortet das Problem in der liberalen Schweizer Arbeitsgesetzgebung, die nur einen schwachen Kündigungsschutz bietet und keine obligatorische Krankentaggeldversicherung beinhaltet. Ausserdem seien ganze Sektoren, wie die Landwirtschaft oder Hauswirtschaft, nicht dem Arbeitsgesetz unterstellt. Das gelte auch für Arbeitsformen, die über Online-Plattformen organisiert würden. Das sind beispielsweise Reinigungs- und Kurierarbeiten. Auch Diana Auer kam zu ihren Betreuungsaufgaben über eine Plattform.

Problematisch sind, laut Caritas, Arbeiten auf Abruf, der schlechte Lohn und die mangelhafte Absicherung gewisser Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Altersarmut. Laut Bundesamt für Statistik, findet sich prekäre Arbeit überdurchschnittlich häufig in den klassischen Tieflohnbranchen, beispielsweise im Gastgewerbe, in der Reinigung, aber auch in der Dienstleistungsbranche oder im Kunstbetrieb. Betroffen sind oftmals Frauen, jüngere Arbeitnehmende, Personen mit tiefem Bildungsstand und Menschen ohne Schweizer Pass. Nemeth, Ali, aber auch Diana haben im Zuge der Coronakrise ihre Arbeit verloren. Die Chancen stehen schlecht, dass sie bald einen neuen Job finden.

Was sagen die Arbeitgeber?

Bei der schweizweit bekannten Hotelkette Sorell, einem ZFV-Unternehmen (entstanden aus der Zürcher Frauenbewegung), sollen auch für komplexere Aufgaben über längere Zeit keine festen Arbeitsverträge ausgestellt werden (siehe Bericht). Die ZFV-Unternehmungen lassen, damit konfrontiert, ausrichten: «Seine Rolle als verantwortungsvoller Arbeitgeber nimmt der ZFV sehr ernst. So ermöglichen wir mit Teilzeitstellen und regulären Arbeitszeiten vielerorts die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und unsere Mitarbeitenden sind in vielerlei Hinsicht gegenüber dem Gesamtarbeitsvertrag im Gastgewerbe L-GAV besser gestellt. Was die konkreten Anstellungsbedingungen einzelner Mitarbeitenden anbelangt, richten sich diese nach Aufgabe, Funktion und Betriebsart. So beschäftigen wir sowohl Mitarbeitende mit einem fixen Arbeitspensum, wie auch im Stundenlohn. Dies wird von den Mitarbeitenden sehr geschätzt und passiert immer im gegenseitigen Einverständnis zwischen Mitarbeiter und ZFV.»

Müssen Tagesmütter als Angestellte des Vereins «Tagesfamilien Brugg und Umgebung» mehr als vereinbart arbeiten und erhalten diese zu wenig Unterstützung bei herausfordernden Arbeitssituationen, etwa im Umgang mit den Ansprüchen der Eltern? Eine entsprechende Anfrage beim Verein blieb unbeantwortet.

Ohne Computer droht die Armut

  • Wohnungssuche, Stellenbewerbung, soziale Kontakte: Immer mehr passiert online. Wer mit Computern nicht gut umgehen kann, gerät zunehmend in Schwierigkeiten.
  • Horizonte sprach mit Annick Grand von Caritas Aargau, die mit neu lancierten Digi-Treffs helfen will.
  • Voraussichtlich ab März (Achtung: Caritas Aargau hat aufgrund der am Mittwoch, 13.1., erlassenen Schutzmassnahmenverschärfung den Start des Projekts um einen Monat verschoben) engagieren sich an verschiedenen Orten im Aargau Freiwillige dafür, dass in der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft nicht noch mehr Menschen den Anschluss verlieren.
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