Unmissverständlich kritisch aber nicht verletzend

  • Das Wort zum Sonntag gibt es seit 70 Jahren und ist damit eine der ältesten Sendungen des Schweizer Fernsehen.
  • Urs Eigenmann, ehemaliger Pfarrer von Neuenhof, war von 1986 bis 1991 Sprecher des «Wort zum Sonntag».
  • Für seine kritischen Worte erhielt er viel Lob, löste Konzessionsbeschwerden aus und bekam sogar eine Morddrohung.
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Ein Lichtblick für die kirchliche Presse

  • Am 22. August erscheint zum ersten Mal der «Lichtblick», das neue Römisch-katholische Pfarrblatt Nordwestschweiz.
  • An der Versammlung in der St. Josefskirche in Rheinfelden am 5. Juni haben die Delegierten den neuen Trägerverein gegründet.
  • Medienbischof Josef Stübi hat dem neuen Pfarrblatt seinen Segen gegeben.
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«Vielleicht muss die Kirche noch mehr zerfallen, damit etwas Neues entstehen kann»

  • Irene Gassmann spricht über die Herausforderungen, die sie als Priorin gemeistert hat.
  • Sie denkt über die Zukunft des Klosters Fahr nach und darüber, weshalb sie der Besuch von Kardinal Mario Grech in Bern desillusioniert hat.
  • Und schliesslich verrät sie, was ihr Kraft gibt.
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Nicole Freudiger gewinnt den Katholischen Medienpreis

Nicole Freudiger, Journalistin bei SRF, erhält den diesjährigen Katholischen Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) für eine Sendung über junge Menschen, die ins Kloster eintreten. Laut der Medienmitteilung der SBK hat die Jury grossen Gefallen an den Lebenszeugnissen der jungen Menschen gefunden. Durch die Zeugnisse habe die Jury die Fragen, Hoffnungen und Zweifel der Protagonistinnen kennen gelernt. Der Beitrag verleihe der Botschaft des Evangeliums Ausdruck.

«Dieses journalistische Werk frischt überholte Ideen auf, die man über das Ordensleben haben kann», begründet die Jury ihren Entscheid. Die Sendung: «Nonne mit 27 – warum junge Menschen heute noch ins Kloster ziehen», habe die Jury tief berührt.

Der Katholische Medienpreis ist mit 2’5000 Franken dotiert. Ausserdem vergibt die Jury ab diesem Jahr zwei weitere Preise. Einen Sonderpreis für ein Werk, welches aus besonderen Gründen überzeugt und einen mit 500 Franken dotierten Förderpreis für ein Werk einer Person, die am Anfang ihrer Karriere steht. Der diesjährige Sonderpreis geht an Paula Nay für ihre Filmreportage «Suenter la plievgia vegn il sulegl» («Nach dem Regen, die Sonne»). Der Förderpreis wurde dieses Jahr nicht verliehen.

Der Katholische Medienpreis wird am 24. April 2024 um 18.30 Uhr im Haus der Religionen in Bern verliehen. Die Verleihung ist öffentlich.

Der Gewinner-Beitrag wird am Sonntag, 28. April, um 8:30 Uhr auf SRF 2 ausgestrahlt.

St. Peter und Paul in Aarau erhält den 70. Grünen Güggel

Das Umweltteam von St. Peter und Paul hat am Palmsonntag, 24. März 2024 das Zertifikat zum Grünen Güggel erhalten. Zum Umweltteam gehören Heidi Emmenegger (Sozialarbeiterin in der Pfarrei), Viktor Schmid (Freiwilliger), Martin Bürge (Leiter Hausdienst der Pfarrei Peter und Paul), Burghard Förster (Leiter Pfarrei Peter und Paul, Theologe und Biologe) und Teamleiterin Jasmin Schmid (Studentin für Umweltwissenschaft an der ETH Zürich). Das Team wird von Andreas Frei (Pfarrer und kirchlicher Umweltberater bei oeku-Kirchen für die Umwelt) beraten.

St. Peter und Paul ist die 70. Pfarrei, die mit dem Grünen Güggel zertifiziert wurde. Der Grüne Güggel ist ein Umweltmanagementsystem. Es soll den Kirchen helfen sich in ihrer Umweltleistung zu verbessern. Dabei soll der Ressourcenverbraucht optimiert und Betriebskosten gespart werden. In zehn Schritten gelangt ein Umweltteam zum Grünen Güggel. Im Video erklärt die Leiterin Jasmin Schmid den Weg zum Zertifikat.

Schlank und schlagkräftig in die Zukunft

  • Am 21. März 2024 fand in Wettingen die Delegiertenversammlung  der Pfarrblattgemeinschaft Aargau statt.
  • Die Versammlung war die letzte in dieser Form, weil mit dem Zusammenschluss des Aargauer Pfarrblatts «Horizonte» und des Basler Pfarrblatts «Kirche heute» eine neue Trägerschaft entsteht.
  • Am 5. Juni 2024 findet in Rheinfelden die Gründungsversammlung des neuen Vereins «Pfarrblattvereinigung Nordwestschweiz» statt.
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«Theologinnen, übernehmt die Rolle der Kapitäninnen!»

  • Doris Strahm und Silvia Strahm Bernet haben in der feministischen Theologie wortwörtlich Geschichte geschrieben.
  • Am Sonntag, 3. März, erhalten die Schwestern für ihre Arbeit den Herbert Haag Preis 2024.
  • Die feministische Aufbruchsstimmung in der Theologie sei vorbei, aber das Fundament für eine menschenfreundliche Kirche gelegt, sagen die Preisträgerinnen.
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Sexueller Missbrauch in der Evangelischen Kirche in Deutschland – auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz denkt über Aufarbeitung nach

9355 Kinder und Jugendliche sind in der Evangelischen Kirche Deutschlands von sexualisierter Gewalt betroffen gewesen seit 1946, berichtet die Nachrichtenagentur KNA. Zu diesem Resultat kamen die Forschenden der Studie «Forum – Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland». In Auftrag gegeben hatte sie die EKD und ihre Landeskirchen vor gut drei Jahren. In sechs Teilstudien hat die Untersuchung die Ursachen und Besonderheiten von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche untersucht.

«Spitze der Spitze des Eisbergs»

Die Zahl der Betroffenen ist viel höher als bislang angenommen. Gemäss einer Hochrechnung seien 9355 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht worden. Die Zahl der mutmasslichen Täter liege bei 3497. Rund ein Drittel davon seien Pfarrpersonen, also Pfarrer oder Vikare. Bislang ging die evangelische Kirche von rund 900 Missbrauchsopfern aus. Nach Angaben der Wissenschaftler zeige die Untersuchung nur die «Spitze der Spitze des Eisbergs», berichtet die KNA.

Laut der Studie sind rund 64,7 Prozent der Opfer männlich und rund 35,3 weiblich. Bei dem Beschuldigten handelt es sich demnach fast ausschliesslich um Männer (99,6 Prozent). Rund drei Viertel von ihnen waren bei der Ersttat verheiratet. Weiter kommt die Studie zum Ergebnis, dass es bei der Schwere der Tat eine grosse Spannweite gebe: Bei den meisten Taten handelt es sich aber um sogenannte Hands-on-Handlungen, das heisst, es habe einen Körperkontakt mit den Opfern gegeben – von nicht notwendigen körperlichen Hilfestellungen im Sportunterricht bis hin zur Penetration.

Verantwortung und Entschuldigung

«Wir übernehmen als evangelische Kirche und Diakonie Verantwortung für die Gewalttaten, die von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen unserer Institution begangen wurden,» sagte Bischöfin Kirsten Fehrs am 25. Januar bei der Übergabe der Forschungsresultate in Hannover. «Dazu gehört es als erstes, klar zu sagen: Wir sind auch als Institution an unzählig vielen Menschen schuldig geworden. Und ich kann Sie, die Sie so verletzt wurden, nur von ganzem Herzen um Entschuldigung bitten.»

Laut der Medienmitteilung der EDK werden nun die Ergebnisse und konkreten Empfehlungen in Kirche und Diakonie intensiv auf allen Ebenen diskutiert. Die zentrale Rolle dabei spielt das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD. Darin werden kirchliche Beauftragte und Betroffenenvertreterinnen und -vertreter die Ergebnisse gemeinsam mit den Forschenden analysieren, die Diskussionen aus anderen Gremien und Ebenen zusammenführen und im November 2024 der Synode der EKD einen Massnahmenplan mit Konsequenzen aus der Aufarbeitungsstudie Forum vorlegen.

Missbrauchsstudie zur Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz?

Damit steigt auch der Druck auf die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS). Laut einem Bericht des reformierten Nachrichtenportals ref.ch schloss die EKS-Ratspräsidentin Rita Famos eine schweizweite Studie nicht mehr aus, nachdem sie im vergangenen Dezember in Hannover Einsicht in das Forschungsdesign der deutschen Studie erhalten hatte.

Sternsinger-Kinder feiern mit dem Papst das neue Jahr

Die Schweizer Sternsingerinnen und Sternsinger Lukas, Annina, Melanie und Louis aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden haben am 1. Januar am Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus im Petersdom teilgenommen. «Für mich war es ein besonderer Moment. Ich war zunächst sehr aufgeregt, dann fühlte ich mich aber fast wie ein richtiger König und Papst Franziskus hat uns sogar die Hand geschüttelt», wird Lukas in der Medienmitteilung von Missio Schweiz zitiert. Lukas durfte mit Ines und Nils aus Deutschland bei der Gabenbereitung den Wein zum Altar bringen.

Schweizergarde und Schweizer Botschaft – Sternsinger aus sechs Nationen in Rom

Laut der Medienmitteilung waren neben den Schweizer Sternsingerinnen und Sternsinger 19 weitere Kinder aus Deutschland, Österreich, der Slowakei, Südtirol und Ungarn rund um den Jahreswechsel zu Gast in Rom. Sie besuchten die Päpstliche Schweizergarde, bekamen von den Gardisten eine Führung durch die Vatikanischen Gärten und feierten gemeinsam mit ihnen einen Gottesdienst. Die Kinder aus Herisau brachten ihren Sternsinger-Segen zur Schweizer Botschaft beim Heiligen Stuhl. Ausserdem hätten sie den Kurienkardinal Kurt Koch getroffen und dem Päpstlichen Missionswerk einen Besuch abgestattet.

Rund 1,4 Millionen Franken im Jahr 2023

«Gemeinsam für unsere Erde – in Amazonien und weltweit» lautet das Motto der Missio Aktion Sternsingen 2024. Wie Mission schreibt, liegt der Fokus der bevorstehenden Sternsinger-Aktion auf der Bewahrung der Schöpfung und dem Erhalt der Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen. Das Engagement der über 10’000 Sternsingerinnen und Sternsinger und der rund 2000 Begleitenden aus der ganzen Schweiz hilft benachteiligten Kindern im globalen Süden, den Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Bewahrung ihres natürlichen Lebensraums zu finden.

Im Jahr 2023 seien bei der Aktion Sternsingen schweizweit rund 1,4 Millionen Franken zusammengekommen. Mit dem Geld seien rund 240 Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien und Ozeanien gefördert worden. Mit den Mitteln aus der weltweit grössten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder würden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Träger der Aktion Sternsingen ist seit 35 Jahren Missio Schweiz, der Schweizer Zweig der Päpstlichen Missionswerke.

Der gute Wille reicht nicht

  • In der «Aargauer Zeitung» vom 1. Dezember 2023 erschien ein viertelseitiges Inserat mit dem Titel «Kirche muss anders werden».
  • Das Inserat ist das ernüchternde Ergebnis einer überaus löblichen und lange erwarteten Aktion von über 200 kirchlich angestellten oder kirchlich engagierten Personen.
  • Ein Kommentar dazu, warum eine gute Idee erst die halbe Miete ist.
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«Kirche muss anders werden»

  • «Die Kirche muss anders werden», fordert die Aargauer Pastoralkonferenz angesichts der vielen Missbrauchsfälle.
  • Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, stehen die einzelnen Mitglieder mit ihrem Namen hin. Bereits sind um die 80 Unterschriften zusammengekommen. Unterschreiben können alle, die sich für Veränderung in der Kirche einsetzen wollen.
  • Am 1. Dezember erscheint ein Inserat mit allen Unterschriften in der Gesamtausgabe der Aargauer Zeitung.
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Unterstützung für Bischof Bonnemain

Pierre Cornu und Brigitte Tag unterstützen Bischof Bonnemain bei der kanonischen Voruntersuchung von vier Mitglieder der Schweizerischen Bischofskonferenz. Pierre Cornu ist Richter am Kantonsgericht Neuenburg und Brigitte Tag ist Professorin für Strafrecht an der Universität Zürich.

Im Juni 2023 wurde Bischof Joseph Maria Bonnemain durch das Dikasterium für die Bischöfe in Rom beauftragt eine kanonische Voruntersuchung durchzuführen. Der Bischof solle herausfinden, ob drei seiner Bischofs-Kollegen Fälle sexuellen Missbrauchs im Umfeld der Kirche fälschlicherweise nicht nach Rom gemeldet haben. Ausserdem solle Bischof Bonnemain untersuchen, ob sich die Vorwürfe mutmasslicher sexueller Belästigung gegen einen vierten Bischof erhärten.

Als die Voruntersuchung im September im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Pilotstudie bekannt wurde, forderte die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ), dass Bischof Bonnemain unabhängige Fachleute zur Seite gestellt werden. Die RKZ forderte dies, um die öffentliche Glaubwürdigkeit der Untersuchung zu gewährleisten.

Nun hat die RKZ und das Bistum Chur angekündigt, dass sich Pierre Cornu und Brigitte Tag Bischof mit Bischif Bonnemain auf die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit verständigt hätten, wie es in der Medienmitteilung heisst. Gemeinsam werden sie die bereits gewonnenen Erkenntnisse analysieren und gegebenenfalls vervollständigen. Ab jetzt führen sie die Untersuchung zusammen weiter und verfassen einen gemeinsamen Schlussbericht. Die Letztverantwortung für den Bericht habe aber der Bischof.

Ob es zu Disziplinarmassnahmen oder einem kirchlichen Strafverfahren kommt, liegt im Ermessen des Dikasteriums für die Bischöfe in Rom.

«Die Verantwortlichen müssen ihre Hausaufgaben machen»

  • Eine erste Hürde ist mit dem Pilotprojekt zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche der Schweiz genommen.
  • Die Historikerinnen wollen den Betroffenen, die keine Stimme haben, eine Stimme geben.
  • Nach der Veröffentlichung des Berichts könne das Thema auch in der Schweiz nicht mehr ignoriert werden.
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«Es steht der Kirche nicht an, Straftaten selbst zu ahnden»

  • Der Präsident der Aargauer Landeskirche ist mit seinen Gedanken bei den Opfern des Missbrauchs.
  • Luc Humbel ist froh, dass die Pilotstudie zum Missbrauch in der katholischen Kirche nicht in deren Machtbereich ermöglicht wurde.
  • Das kanonische Recht sei in Bezug auf Straftaten nicht auf der Höhe der Zeit. Das staatliche Recht gehe immer vor, sagt er.
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