Kirchen verlieren Geld trotz Immobilienbesitz

Obwohl die beiden großen Kirchen in der Schweiz tausende Immobilien besitzen, die einen Wert im Milliarden-Bereich haben, verdienen die katholische und die reformierten Kirchen fast nichts damit. Wie vaticannews.va berichtet, geht dies aus einer Studie hervor, die der Theologe und ehemalige Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz HEV, Ansgar Gmür, verfasst hat. Die Studie wurde gestern Montag der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut der Studie werden mehr als 75’000 Gebäude in der Schweiz den beiden Landeskirchen zugeschrieben. Das seien die offiziell bekannten Immobilien, daneben gebe es noch eine Dunkelziffer, die nicht bekannt sei. blick.ch zitiert Gmür: «Dieser Umstand ist Beweis genug, dass die Kirchen ihr Immobilien-Portfolio komplett vernachlässigen». Er schätzt, dass die Immobilien im Besitz der reformierten und der katholischen Kirche einen Wert von mindestens 2,5 Milliarden Franken haben. Die Immobilien seien für die Kirchen sogar eine finanzielle Last, geht aus der Studie hervor. «Andere verdienen mit Immobilien Geld, die Kirchen verlieren damit Geld», hält Gmür im Gespräch mit blick.ch fest. Die reformierte Landeskirche des Kantons Zürich etwa gebe laut Studie 49 Millionen Franken im Jahr für ihren Gebäudepark aus. Es gebe keine Einnahmen. «Für die Kirchen sind die Immobilien oftmals der drittgrößte Ausgabenposten», rechnet Gmür vor. Mehr als 100 Kirchgemeinden in der gesamten Deutschschweiz habe Gmür für seine Studie befragt. Fast die Hälfte habe angegeben, sich überhaupt nicht um das eigene Immobilien-Portfolio zu kümmern. Knapp 90 Prozent sagten, die Immobilien würden intern verwaltet. «Statt eines Profis kümmert sich irgendein Mitglied der Kirchenpflege oder des Kirchenrats nebenbei um die Immobilien, das kann nicht gut gehen», so Gmür. Dabei könnten die Kirchen zusätzliche Einnahmen dringend gebrauchen, denn die Einnahmen aus Kirchensteuern sinken seit Jahren wegen des anhaltenden Mitgliederschwunds der Kirchen.