Papst bekräftigt Ausschluss der Frauen von Weiheämtern

Laut Vatican News sagte Papst Franziskus in einem Interview mit dem Magazin «America», dass Weiheämter in der katholischen Kirche nicht für Frauen geöffnet werden. Das Interview wurde am vergangenen Montag, 28. November 2022, veröffentlicht. Auf die Frage, was er denn einer Frau sagen würde, die in sich die Berufung zum Priesteramt spüre, sagte der Papst im Interview: «Das ist ein theologisches Problem. Ich glaube, wir amputieren das Sein der Kirche, wenn wir nur auf den Weg der Ämter schauen. Der Weg ist nicht nur derjenige der Ämter.»

Der Papst führt aus, die Kirche habe leider dabei versagt, die theologischen Gründe für den Ausschluss von Frauen vom Weiheamt zu erklären: «Dass Frauen nicht in das Ämterleben eintreten dürfen, nimmt ihnen nichts weg, nein.» Die theologischen Gründe sind jedoch, mindestens für Nichttheologen, nicht ganz einfach verständlich. In der Kirche gebe es sowohl das petrinische als auch das marianische Prinzip, so Franziskus; die Weiheämter hingen mit dem petrinischen Prinzip zusammen, Frauen hingegen seien dem marianischen Prinzip zugeordnet, das «noch wichtiger» sei: «Die Kirche ist Frau. Die Kirche ist Braut. Darum muss die Würde der Frau auf dieser Linie widergespiegelt werden.»

Papst Johannes Paul II. hatte 1994 festgehalten, «dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.» Das kirchliche Reformprojekt «Synodaler Weg» der katholischen Kirche in Deutschland ruft den Vatikan hingegen dazu auf, diese Entscheidung zu überdenken, und tritt für eine allmähliche Öffnung von Weiheämtern für Frauen ein. Auch wurde im Rahmen der Befragungen im Synodalen Prozess, der von Papst Franziskus weltweit in Gang gesetzt wurde, die Hoffnung geäussert, dass Frauen künftig zu Weiheämtern zugelassen werden könnten.