Bischöfe mit Fonds für Opfer von Übergriffen

In einer ergreifenden Feier gedachten die Schweizer Bischöfe und Ordensobern der Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld. Im Anschluss an die Feier präsentierten sie der Öffentlichkeit die bisherigen Aktivitäten in der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels. Besonders hervorgehoben wurde das Leiden derjenigen Opfer, deren Fälle verjährt sind. Diese seien für die Bischöfe «besonders erdrückend», sagte Felix Gmür, Bischof von Basel, weil diese Menschen nirgends Gehör oder Genugtuung erhalten hätten. Als Zeichen der Solidarität sei daher ein Fonds geschaffen worden. Dieser wird mit einer halben Million Franken geäufnet.

Immer mehr Sterbehilfe

Die Zahl der Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung in der Schweiz steigt an. 2015 hätten 999 Menschen mit Schweizer Wohnsitz einen begleiteten Suizid begangen, berichtet die Zeitung «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Angaben der drei grossen Sterbehilfeorganisationen. Im Vergleich zu 2014 entspreche das einer Zunahme von 35 Prozent; im Vergleich zu 2008 sei es sogar fast eine Vervierfachung. Möglicherweise sei dies erst der Anfang einer Entwicklung, wird Georg Bosshard in der «NZZ am Sonntag» zitiert. Georg Bosshard ist Leitender Arzt an der Klinik für Geriatrie des Universitätskrankenhauses Zürich und zog einen Vergleich mit dem belgischen Flandern. Dort scheide schon heute jeder zwanzigste mittels Sterbehilfe aus dem Leben.

Resolution und Provokation

Die Synode der katholischen Kirche im Kanton Zürich hat in einer Resolution am 1. Dezember 2016 folgende Anforderungen an die Nachfolge des bald scheidenden Bischofs Vitus Huonder definiert:«Die Fähigkeit, Frieden zu stiften und Brücken zu bauen, im Bistum verankert und akzeptiert zu sein, ein Ohr beim Volk zu haben sowie eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den staatskirchenrechtlichen Instanzen zu pflegen». Bischof Vitus Huonder erklärte derweil einen Tag später, ein Priester solle bei Verdacht auf Sterbehilfe auf die Spendung der Sakramente verzichten. Auch Palliativ Care könne unter Umständen dem natürlichen Vorgang des Sterbens und damit Gottes Schöpferwille widersprechen, so der Bischof.