10 Grad Celsius in Kirchenräumen sind «sehr vernünftig»

Das deutsche Erzbistum Freiburg empfiehlt Kirchgemeinden, Energie zu sparen. Das bedeutet im Winter: Gotteshäuser mit 10 Grad Celsius. Die Erzdiözese Freiburg hat auf die aktuelle Energiekrise reagiert und möchte Kirchgemeinden mit Blick auf die kalte Jahreszeit den Rücken stärken. «Für uns ist es als katholische Kirche wichtig, damit ein Zeichen der Solidarität in die Gesellschaft hineinzusetzen», sagt Generalvikar Christoph Neubrand. Die Schweizer Fachstelle «oeku – Kirchen für die Umwelt» findet diese Entscheidung vernünftig: «In der aktuellen Lage mit knapper werdenden Kirchenfinanzen und horrend gestiegenen Energiepreisen ist das eine sehr vernünftige Entscheidung», findet Klaus Zaugg-Ott, Theologe und Leiter der Schweizer Fachstelle des Vereins «oeku» gegenüber dem Nachrichtenportal kath.ch.

10 Grad sei im Grunde die empfohlene Absenktemperatur, wenn keine Veranstaltungen in der Kirche stattfinden. «Für die Kirchenheizung geben Kirchgemeinden jährlich zwischen 5000 und 40’000 Franken aus – zu normalen Zeiten. Für grosse Stadtkirchen können es auch 100’000 Franken sein», sagt Zaugg-Ott. Die aktuellen Preissteigerungen könnten schlicht das vorhandene Budget sprengen. «Schon jetzt wird für Gas rund die Hälfte mehr bezahlt als letztes Jahr. Und die Heizperiode hat noch gar nicht begonnen. Das ist schmerzhaft.» Es brauche eine Verhaltensumstellung, sagt Klaus Zaugg-Ott: «Warme Kleidung, vielleicht Strumpfhosen.» In der Kirche könnten auch Wolldecken bereitgelegt werden. «Vielen Menschen ist es das sicher wert, um in einem schönen, sakralen Raum Gottesdienst oder Messe feiern zu können.» Grundsätzlich rät die Fachstelle Kirchgemeinden, ihre Heizung gut zu warten. Und eine vollautomatische Steuerung einzubauen, um zum richtigen Zeitpunkt die passende Temperatur zu haben. «Ganz wichtig ist es auch, eine Energiebuchhaltung zu führen. So hat man im Blick, wie sich der Energieverbrauch im Lauf der Zeit entwickelt. Und auch die Wirksamkeit von Energiesparmassnahmen lässt sich so überprüfen.»