Papst schreibt einen Brief an Patriarch Kyrill

Nach dem alten Julianischen Kalender findet Ostern in den Ostkirchen später statt, in diesem Jahr feierten die orthodoxen Christen das Osterfest am Sonntag, 24. April. Wie das katholische Nachrichtenportal kath.ch berichtet, schrieb Papst Franziskus dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. zum orthodoxen Osterfest einen Brief. Darin äussert er seinen Wunsch, der Heilige Geist möge Kyrill I. zum Friedensstifter machen. «Möge der Heilige Geist unsere Herzen verwandeln und uns zu wahren Friedensstiftern machen, besonders für die vom Krieg zerrissene Ukraine», schrieb Franziskus laut Vatikan News. Zugleich betonte der Papst die Bedeutung des Osterfestes: Er hoffe, dass die Auferstehung Jesu «für das ukrainische Volk Wirklichkeit wird, das sich nach einem neuen Morgengrauen sehnt, das der Dunkelheit des Krieges ein Ende setzt». Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Vatikan ein für Juni in Jerusalem geplantes Treffen von Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen abgesagt hatte. Im Interview mit der argentinischen Zeitung «La Nacion» erklärte Papst Franziskus, dass eine solche Begegnung unter den derzeitigen Gegebenheiten «zu viel Verwirrung hätte führen können». Sein Verhältnis zu Kyrill sei trotzdem nach wie vor «sehr gut». Das letzte bekannte persönliche Gespräch zwischen beiden fand Mitte März via Videotelefonie statt. Auch im Aargau ist das Verhalten des Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche Thema: Christoph Weber-Berg, Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche im Aargau, warf Kyrill I. im Informationsmagazin der reformierten Landeskirche vor, den christlichen Glauben für die Rechtfertigung von kriegerischem Unrecht und Gewalt zu missbrauchen.